Glaubensweg

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Durch Kleinharbach führt der 16 km lange Glaubensweg, der mit seinen vier hohen christlichen Symbolsteinen aus Muschelkalk vier Gemeinden miteinander verbindet. Dieser Rundweg kann problemlos zu Fuß, mit dem Fahrrad und sogar mit dem Rollstuhl befahren werden. Kleinharbach liegt ca. 2 km von zwei der vier Flursteine entfernt und ist somit ein idealer Rastplatz zum Erfrischen und Kräfte tanken. Wir haben beim Bauen extra darauf geachtet, dass keine hindernisreichen Treppen eingebaut wurden und freuen uns, wenn auch Rollstuhlfahrer den Weg in unsere Gastwirtschaft finden. 

Ein Prospekt mit der christlichen Bedeutung aller Flursteine und einer Wanderkarte mit Wegbeschreibung liegt bei uns im Glockenhäusle aus.

Sie können sich aber auch über die geschichtlichen Hintergründe des Glaubensweges, die Bedeutungen der Flursteine, Kirchen am Weg und Wanderkarten auf dieser Seite informieren. An dieser Seite angefügt finden Sie den genauen Wortlaut des ersten Prospektes, den wir auch noch mal in einer PDF-Datei für Sie zusammengestellt haben. Klicken Sie einfach auf den Link "Prospekt zum ausdrucken" und nutzen Sie die Druckfunktion des darauf sich öffnenden Programms Acrobat Reader. Sollten Sie keinen Acrobat Reader installiert haben, können Sie diesen umsonst unter http://www.adobe.de/products/acrobat/readstep.html herunterladen.

 

Download:  "Prospekt zum ausdrucken" (PDF-Format / 364 kB)

 

Für weitere Fragen rund um den Glaubensweg stehen wir ihnen gerne zur Verfügung. 

 

Glaubensweg an der Rothenburger Landhege 

Rad- und Wanderweg: 16,5 km lang

Allgemeines:

Im Gebiet der Rothenburger Landwehr wurden von 1979 bis 1996 Verfahren zur Ländlichen Entwicklung durchgeführt. Ziel dieser Flurbereinigungen war neben der Hilfe für die Landwirtschaft auch die Flächenbereitstellung für die Bundesautobahn A7 Würzburg-Ulm.

Zum Abschluss der Verfahren Großharbach, Langesteinach und Ohrenbach wurden hier 1996 vier Flursteine aufgestellt. Die über 3m hohen Steine aus fränkischen Muschelkalk sind aufeinander bezogen und ergeben einen Weg. In der letzten Station kommt das Ziel des Weges zum Ausdruck: die Versöhnung.

Dieser Weg, der drei Kommunen (Adelshofen, Ohrenbach und Uffenheim), vier Kirchengemeinden und zwei Landkreise (Ansbach und Neustadt a. d. Aisch/Bad Windsheim) verbindet, will herausführen aus dem Gewohnten und Zeit zur Besinnung ermöglichen. Unsere Zeit verlangt nach Versöhnung mit dem eigenen Leben, mit der Schöpfung, mit Gott und den Mitmenschen.

Das Konzept dieses Weges wurde von den Pfarrern Joachim Pennig und Dr. Jürgen Denker erarbeitet. Für die Verwirklichung setzte sich dann Pfarrer Hans Gernert ein. Umgesetzt wurde es von dem Bildhauer Otmar Kleindienst aus Kleinochsenfurt. Der Weg kann zu Fuß (ca. 16,5 km) oder mit dem Fahrrad erlebt werden. Er ist mit einer schwarzen Taube auf gelben Grund markiert.

Die vier Stationen laden Einzelne, aber auch Gruppen zum Verweilen ein. Alle Steine haben Öffnungen und lassen so ein Wechselspiel mit dem Licht und dem Kosmos zu. Eingemeißelte Psalmworte wollen einen noch weiteren Horizont eröffnen: die Erfahrung Gottes, die zu neuen Anfängen im Glauben und Leben führt. Christen bekennen sich zum dreieinigen Gott: Als Vater ist Gott über uns (Schöpfer), als Sohn ist er mit uns (Erlöser) und als Geist wirkt er in uns (Vollender). Durch die vier Flursteine wird der christliche Glaube, der in diesem Raum stark verwurzelt ist, in der Flur zum Ausdruck gebracht. Darum der Name Glaubensweg". Der Glaubensweg ist also eine Einlagung, sich aufzumachen" und dem Glaubensbekenntnis der Christenheit "nachzugehen".

Kurze Meditationen wollen den Betrachter an die einzelnen Flursteine heranführen. Sie ersetzen jedoch nicht die persönliche Begegnung.

Führungen über:

Pfarramt Langensteinach (Tel. 09865 / 9559)

Pfarramt Ohrenbach (Tel. 09865 / 550)

Gemeinde Ohrenbach ( Tel. 09865 / 810 oder 744)

 

Die vier Stationen

Station I: Geschaffen

Ich bin da. Es gibt mich. Es atmet mich. Wunder des Lebens! In einem Keimling enthalten! Menschen haben das Leben nicht gemacht. Ich bin da und ich bin Teil eines großen, geordneten Ganzen. Ich lebe vom Brot, das die Erde hervorbringt. Der Kreis erinnert an einen Laib Brot. Er ist ein Hinweis auf die lebenswichtigen Kreisläufe in der Natur, aber auch ein Symbol für die Ewigkeit. 230 Millionen Fahre schätzt man das Alter des Muschelkalkes und der Versteinerung, eines nautilus bitosatus, der alle Epochen überdauert hat und heute noch in der Südsee vorkommt. Darüber muss ich staunen: Ich bin einmalig. Heute darf ich leben! Wie ein Vater und wie einer Mutter ist Gott auf meiner Seite und gibt mir Leben. So will auch ich Partei ergreifen für das Leben, für Himmel und Erde, für Pflanzen und Tiere, für Wasser und Luft. Ich will lernen, behutsam zu sein und zu schützen, was meinen Schutz braucht.

Zwischen Reichardsroth und Gailshofen wurden durch die Flurbereinigung zwei Biotope angelegt. Biotope sollen bedrohten Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum bieten. Dort, am so genannten "Armenruhackker", steht der erste Flurstein. In Reichardroth befand sich früher das Centgericht. Verbrecher wurden im Burggefängnis Endsee eingesperrt und zur Hinrichtung auf einem Bestimmten Weg zum Galgen nach Reichardroth geführt. Das Waldstück "Galgenholz" erinnert heute noch daran. Unterwegs wurden die Verurteilten an Bestimmten Stellen "beschrieen". So wurde der Grund ihrer Hinrichtung bekannt gemacht. Am Armenruhacker durften die Todeskandidaten ein letztes Mal vor der Hinrichtung ausruhen.

Station II: Leiden

Ein Mühlrad. Technik. Fortschritt, der oft auch Leben zerstört. Leben, das um sich selber kreist aus Angst, zu kurz zu kommen, zu wenig zu haben. Das Rad der Gewalt dreht sich durch die Geschichte und hinterläßt eine Spur von Leid und Elend. Auch er ist unter die Räder gekommen, weil er Partei ergriff für die Unbeliebten und Abgewiesenen. Er gab ihnen ihre Würde und ihre Lebensfreude zurück. Dafür setzte er sich ein mit seiner ganzen Existenz. Doch der Widerstand der verhärteten Herzen hat ihn zermalmt, zermahlen wie ein Weizenkorn. Und dennoch: Die Saat dieses Einen geht auf. Wie eine Schwester und wie ein Bruder ist Gott auf meiner Seite, weil er mich liebt. Er befreit mich von der ständigen Sorge um mich selbst. Mein Blick wird frei für Andere. Ich will von Jesus lernen, Partei für Menschen zu ergreifen; mit den Entmutigten zu weinen und zu lachen; zu arbeiten und zu feiern; und wo eigenes Leid mich drückt, dennoch an Gott festzuhalten.

Die Würde des Geschaffenen wird oft genug missachtet. Am 22. März 1525 habgen sich Bauern aus 18 Dörfern der Landwehr in Ohrenbach zusammengetan, weil sie freie Menschen sein wollten. Doch ihr Aufstand gegen Unterdrückung wurde vom Ansbacher Markgrafen Kasimir brutal niedergeschlagen. Zur Strafe ließ er das ganze Dorf niederbrennen und die Anführer hinrichten.

Station III: Erlösung

Ich liege falsch, wenn ich Jesus bei den Gescheiterten suche. Dann würde auch bei mir alles beim Alten bleiben. Doch der Stein ist wie aufgesprengt. Gespalten durch die Kraft des zarten Korns. Das Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, bringt neues Leben hervor. Lebensfrucht. Frucht der Liebe. Ostern ist die leise Ahnung und Hoffnung, dass Leid, Zerstörung und Tod nicht das Letzte sein werden. Diese Hoffnung bewahrt mich vor lähmender Resignation und bereit mich zum Leben. Sonnenaufgang. Ein neuer Tag. Eine neue Chance. Das Kreuz ist nicht mehr dunkel. Es erscheint in neuem Licht. Die Öffnung weist nach oben. Ich habe für Gott nichts übrig, aber er will mir alles geben, was ich zum Leben brauche. So will ich mich der Liebe Gottes hinhalten, mich ihm öffnen, mich wie die grünen Pflanzen dem Licht entgegenstrecken, mich stärken lassen durch Brot und Wein.

Hier bei Großharbach gibt es noch alte Keltengräber in der Flur. Die Rothenburger Landhege ging seit 1430 mitten durch den Ort. Der Landturm für den Hegereiter, der täglich seinen Grenzabschnitt kontrollierte, steht noch mitten im Ort am Harbach.

Station IV: Versöhnung

Zwei Steine sind einander zugeneigt und berühren sich sanft. Sie sind aufeinander bezogen. Gleichberechtigt stehen sie sich gegenüber. Der Hohlraum zwischen beiden lässt etwas Gemeinsames erkennen: eine Taube. Sie ist Symbol für den Frieden und Gottes Geist. Bin ich offen für Gottes Wirken in mir? Wie kann durch mich der Friede zu Hause in der Familie, in meinem Dorf, in meiner Stadt, in unserer Welt gefördert werden? Unten am Stein entdecke ich in südöstlicher Richtung eine Pagode und einfache Hütten, in nordwestlicher Richtung Hochhäuser und Wolkenkratzer. Zwischen beiden Extremen und Kulturen ein Dorf, in dem die Kirche noch ihren Platz hat. Die Vielfalt der Kulturen, die Interessensgegensätze und Machtkämpfe auf unserem blauen Planeten finde ich hier angedeutet. Was wird noch alles über die Menschheit hereinbrechen? Meine Fragen werden auch an dieser vierten Station nicht verstummen. Im Gegenteil. Spätestens hier brechen sie auf. Aber mitten in alle Fragen und Zukunftsängste bricht hier auch die Hoffnung herein: Unsere Welt ist nicht gottverlassen. Gott sei Dank!

Gott ist da, wo man ihn einlässt, wo Menschen einander annehmen, wo Unterschiede nicht mehr trennen und Vielfalt die Gemeinschaft stärkt, wo der Wille zum Frieden die Spaltung beendet und die Rache der Vergebung weicht. Wie eine Freundin und wie ein Freund ist Gott auf meiner Seite. Ich will von Jesus lernen, für das Kommende Partei zu ergreifen, für die Versöhnung aller Menschen, für Gott, der in der Schöpfung wohnen will.

Der vierte Flurstein befindet sich am alten Kirchenweg von Kleinharbach nach Langensteinach. Wenn ein Leichenzug von dort nach Langensteinach ging, wurde dreimal für ein stilles Vaterunser gehalten.

 

Kirchen am Weg

Kirche in Reichardroth

Reichardroth war im Mittelalter ein Wallfahrtsort. Der Ort selbst wird auf den Einsiedler Reichard zurückgeführt, der um 990 n. Chr. hier lebte. Sein Grab zog viele Wallfahrer an. So kam es zur Errichtung einer Kirche und eines Hospitals. Beides wurde Ende des 12. Jahrhunderts dem Johanniterorden übergeben. Teile dieser ehemaligen Johanniter-Commende sind heute noch um die 1253/54 erbaute Kirche herum erhalten.

Kirche in Ohrenbach

Die Ohrenbacher Kirche ist Johannes dem Täufer geweiht, was auf eine alte Taufkirche schließen lässt. Das Langhaus ist in seinem Kern hochmittelalterlich. Der Westturm der Kirche wurde 1599/1602 abgetragen und durch einen östlich angefügten Chorturm ersetzt.

Kirche in Oberscheckenbach

Die Oberscheckenbacher Kirche ist nach dem Frankenapostel Kilian benannt. In dem spätmittelalterlichen Bau sind Freken mit Motiven aus der Geschichte des Märtyrers Kilian sehenswert. Der kleine Friedhof um die Kirche wurde 1891 angelegt und geweiht.

Kirche in Großharbach

Die Michaelskirche wurde 1874 im neugotischen Stil erbaut. Kirchen zu Ehren des streitbaren Erzengels Michael sollten in alter Zeit Kultstätten des ebenfalls streitbaren Wotan ersetzen und den Germanen das Christentum näher bringen.

Kirche in Langensteinach

Die Peter- und Paul-Kirche wurde 1796 als letzte Kirche im Markgrafenstil mit Kanzelaltar neu gestaltet. Langensteinach war bis 1449 die Urpfarrei für alle Orte, die der Glaubensweg einschließt.

 

Wanderkarten

 

 

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